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Fußball im DSC Arminia Bielefeld ist nicht nur Männersache

Fußball ist im DSC Arminia Bielefeld e.V. nicht nur Männersache. Vor nunmehr 40 Jahren hatte auch das weibliche Geschlecht im „Klub der Ostwestfalen“ die Liebe zum runden Lederball für sich entdeckt und eine Frauenmannschaft für den noch kargen Spielbetrieb der Damen im Kreis Bielefeld angemeldet. Während es andere Vereine im Umfeld ebenfalls versuchten, aber mangels Masse und Kontinuität schnell wieder die Segel streichen mussten, blieben die Armininnen dran am Ball. Der heute 84-jährige Rainer Schwarz zählt zu den Gründungsmitgliedern der Sparte Frauen-Fußball im DSC.
Schon fünf Jahre nach Gründung stieg Arminia 1980 erstmals in die Bezirksliga auf, musste diese Spielklasse zwar zwei Jahre später noch einmal verlassen, um sich dann aber endgültig im westfälischen Raum festzusetzen.
1990 gelang gar der Sprung in die Frauen-Verbandsliga, die heute als vierthöchste deutsche Spielklasse Westfalenliga heißt, und deren fester Bestandteil Arminias erste Frauenmannschaft bis zum Aufstieg im Juni 2015 war.
Der ehemalige Fußball-Profi und viermalige DDR-Auswahlspieler Markus Wuckel bemühte sich als Cheftrainer seit zehn Jahren den DSC in höhere Gefilde zu führen. 2009 und 2010 waren seine Ladies ganz dicht dran. Leider reichte es nur jeweils zur Vizemeisterschaft in der Westfalenliga. Der Aufstieg wurde knapp verfehlt, weil sich andere Klubs, wie der plötzlich vom FC Schalke 04 gesponserte 1. FFC Recklinghausen, durch starke Finanzspritzen personelle Verstärkungen aus höheren Ligen leisten konnten. Die Bielefelderinnen hatten das Nachsehen, weil aus der Westfalenliga bekanntlich leider nur der Meister aufsteigt.

IM POKALFINALE:
2010 stand Arminia auch im westfälischen Pokal-Finale. Das wackere Team von Markus Wuckel unterlag vor 600 Zuschauern in der SchücoArena !! den „Überfliegerinnen“ des 1. FFC Recklinghausen und zog dennoch erstmals in der Vereinsgeschichte in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals der Frauen ein. „Diese Kulisse macht Lust auf mehr“, waren sich damals alle Beteiligten um den neuen Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer einig.
Den Aufstieg in die dritthöchste Frauen-Spielklasse hatte das Führungsgremium der DSC-Ladies indes nie aus den Augen verloren.
Ausgerechnet im Jahr des 40-jährigen Jubiläums wurde das Vorhaben im Juni 2015 in die Tat umgesetzt. Arminia schloss die Westfalenligasaison als Tabellenerster mit der überragenden Bilanz von 79 Punkten aus 30 Spielen und dem sensationellen Torverhältnis von 135:38 vor der SpVg. Berghofen (70 Pkt, 67:27 Tore) ab. Maxine Birker und Kamila Kmiecik hatten mit 34 bezw. 32 Treffern den größten Erfolg an diesem „teutonischen Husarenstreich“.
Die anschließenden Feierlichkeiten kannten keine Grenzen. Arminias Frauen grüßten als Regionalligist. Die engsten Zweitliga-Nachbarn aus Gütersloh und Herford gratulierten artig, blickten aber mit einem Male mit Argusaugen auf den Bielefelder Traditionsverein Arminia. Markus Wuckel und sein Funktionsteam hatten den Bielefelder Frauen-Fußball jetzt so richtig wach geküsst.
Und in der neuen Umgebung der Regionalliga legten die auf einigen Positionen verstärkte Mannschaft los wie die Feuerwehr. Zur Winterpause sicherte sich Arminia I mit fünf Punkten Vorsprung niederlagenfrei die „Herbstmeisterschaft“. Am Ende war der Durchmarsch von der Westfalenliga in die 2. Frauen-Bundesliga perfekt. Mit 11 Punkten Vorsprung sicherte sich das Team die Regionalligameisterschaft vor der Zweitvertretung des 1. FC Köln. Und wieder hieß es für die Armininnen „Arbeiten auf einem neuen Terrain“. Saisonziel in der 2. Frauenbundesliga ist der Klassenerhalt. Nach dem misslungenen Zweitligaauftakt beim Bundesligaabsteiger SV Werder Bremen konnte man über die Saison immer wieder gestandene Zweitligisten ärgern.Nach einer furiosen Saison konnte man sich am Ende über einen 5. Tabellenplatz freuen – und das Ziel Klassenerhalt war bereits zur Freude aller frühzeitig erfüllt. Und auch im DFB-Pokal konnte man sich bios ins Achtelfinale vorkämpfen. Hier wurde der Pokalwettbewerb jedoch gegen den amtierenden Pokalsieger VfL Wolfsburg beendet. Vor gut 1000 Zuschauern zog sich das Team gegen den Bundesligisten jedoch sehr gut aus der Affäre – am Ende musste man sich mit 0:2 geschlagen geben. In der Saison 2017/2018 muss das Team an die Leistung der Vorsaison anknüpfen. Diese Saison ist die Qualifikationssaison zur neuen eingleisigen 2. Bundesliga. Hier muss einer der ersten sechs Tabellenplätze belegt werden, um sicher ind er eingleisigen 2. Bundesliga dabei sein zu können. Und wir hoffen, das Kapitel 2. Bundesliga ist nach zwei Jahren nicht wieder beendet – die Auflösung folgt im Mai 2018!

AUFFANGBECKEN FÜR TALENTE:
Die zweite Frauenmannschaft des DSC Arminia unter der Leitung des Trainerteams Jörg Seemann/Ann-Kristin Smith müht sich momentan in der Bezirksliga redlich. Dieses Team soll das Auffangbecken der Talente sein, die in der eigenen B-Jugend ausgebildet wurden und nicht sofort den Sprung in den Kader der „Ersten“ schaffen. Mittelfristig ist die Landesliga ein „Muss“.
Die B-Juniorinnen schafften im Sommer 2017 unter der Regie der Trainer Jan Reineke/Bastian Melchert die Rückkehr in die Westfalenliga. Eine C- und eine D-Juniorinnenmannschaft spielen in der Saison 2017/2018 ausschließlich in den Jungenklassen. Komplettiert wird der Jugendbereich von unserer D2-Juniorinnenmannschaft, in der die jüngsten Talente in der D-Juniorinnen Kreisliga A ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Das Engagement aller Verantwortlichen, Trainer und Helfer ist in der Frauen- und Mädchen-Fußballabteilung des DSC Arminia ungebrochen. Die Abteilungsführung hat sich eine bessere und intensivere Zusammenarbeit mit den Schulen auf seine Fahnen geschrieben. „Wir wollen unseren Sportplatz Stadtheide richtig mit Leben füllen“, weist Werner Jöstingmeyer nicht ohne Stolz auf die Spielstätte an der Schillerstraße hin, die vor fünf Jahren von der Stadt Bielefeld völlig renoviert und mit einem neuen modernen Kunstrasenbelag ausgestattet wurde. Arminias Frauen und Mädchen haben hier ihre neue Heimat gefunden und wollen an der Schillerstraße 51 B möglichst bald weitere Erfolge feiern. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklären Trainer und Vorstand unisono.